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Barcodes mal anders... · 16. April 2008, 15:15 von Steffen

…gibt’s auf der folgenden Seite:

http://www.darkroastedblend.com/2008/04/japanese-creative-barcodes.html

Also schon sehr schick teilweise. :)

Noch was für zwischendurch: Werbung gegen Realität – Vergleiche zwischen Produktbildern und dem jeweiligen Produkt

Da kann man sich bei Langeweile mal durchklicken – ich hab keine Langweile, aber bin nach zufälligem Klicken z. B. auf Bild 56 gestoßen. ;)

Aber die obigen Sachen sind bei weitem nicht so lustig wie ein CDU-Obmann des Sportausschusses im Bundestag, der das Gremium nicht öffentlich über Redefreiheit diskutieren lassen wollte. Nicht schlecht. Passend zum Thema Freiheit kann man auch gleich noch Zypries und Schäuble erwähnen, die sich ja jetzt über den Bundestrojaner einig sind. Genauso wie über so manche andere Dinge. Alles nur für die Lobbyisten zur Sicherheit des Volkes und für den Fortbestand der Demokratie. Das Bundesverfassungsgericht scheint mir immer mehr die letzte Instanz zu werden, was die Verteidigung grundlegender Rechte angeht. Kennzeichenerfassung einkassiert. Verwertung der Daten aus der VDS eingeschränkt bis ein Grundsatzurteil gefällt wird. NRW-Trojanergesetz für nichtig erklärt. Jemanden zurückgepfiffen, der Hausdurchsuchungen aufgrund von 75 Euro Streitwert durchführt. Der BGH verkündet Verschlüsselte E-Mails kein Indiz für Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Das man dafür einen Gerichtsspruch überhaupt braucht…unglaublich.
Man kann nur hoffen, dass da keine Richter eingesetzt werden, die es mit den Rechten etwas leichter nehmen. Die Richter werden nämlich von den Parteien vorgeschlagen . Und da gibt es schon illustre Gestalten. Zypries wird da z.B. auch als Kandidatin gehandelt. Genau wie der Dreier. Der spricht ja gern von “Rettungsfolter”. Und Schäuble meinte damals zu den Journalisten, dass die sich erstmal über den aktuellen Stand der Diskussion informieren sollten, bevor die doofe Fragen stellen. Rettungsfolter. Mit Abwägung der Menschenwürde und so. Nur um das hier nochmal für die Nachwelt und den Google Cache aufgeschrieben zu haben – damit nicht hinterher wer behauptet, dass das nirgends in den Medien war.

Als Referenz für die gesamte Diskussion kann man auch gern die Heise-Linksammlung ansehen. Da gibt’s fast täglich eine Portion Wahnsinn:
Von Datenschutz und Schäuble-Katalog: Terrorbekämpfung, TK-Überwachung, Online-Durchsuchung

Ach und der Richtervorbehalt, der ja so oft von den Politikern ins Feld geführt wird, wenn es um den Schutz der Leute vor Missbrauch geht, ist nichts wert. Jedenfalls nicht viel. Sieht man an den 75Euro weiter oben, an Zitaten wie diesem :

Ich würde das nicht so sehen. Ich hab eben gesagt, wo gehobelt wird, in Anführungszeichen, da fallen auch Späne. Wenn man alles hinterfragt, bei allem Respekt vor der Tragweite eines solchen Eingriffs, bekommt man bei dem Pensum, was Amtsrichter haben, die Dinge nicht erledigt.

Weitere Berichte sprechen von Hausdurchsuchungen aufgrund von 22,90 Euro und davon, dass Richter im Schnitt gerade einmal 24 Minuten lang prüfen, ob eine Hausdurchsuchung rechtmäßig oder verhältnismäßig ist.

In einem anderen Fall durchsuchte die Polizei laut Vetter die Wohnung eines Mannes mit dem Verdacht dort Raubkopien zu finden – nur weil sie diesen mit einer unbeschrifteten CD auf der Straße angetroffen hatte. Besonders häufig würden Ausländer Opfer ungerechtfertigter Durchsuchungen. Auch Selbständige und Unternehmer sind laut Pro Justitia oft betroffen.

Der Fall mit dem fälschlich wegen Besitz von Kinderpornographie durchsuchten Professor zeigt auf, wie schnell man aufgrund kleinster Fehler in der Kette in den Verdacht geraten kann. Und da gab’s mehrere Beispiele in den letzten Monaten. Zum Beispiel eine verdächtige Emailadresse oder auch eine Durchsuchung, die mit Screenshots begründet wurde! Unfassbar. Kompentenz wohin man blickt.

Bei uns in Deutschland gibt es ja auch immer mehr verrückte Forderungen nach mehr Kompetenzen und verdachtsunabhängigen Ermittlungen etc. Dazu eine lebenslange Steuernummer, die alle Daten miteinander eindeutig verknüpft. Zugriffsrechte für alle. Hervorragend. Da kann gar nichts schiefgehen. Schöne neue Welt.

Erst hatte ich jetzt noch zig Links zur Lage in Großbritannien als abschreckendes Beispiel, wo man mit Überwachung, zentral verknüpften Datenbanken und mangelnder Datensicherheit hinkommt. Aber das hab ich jetzt wieder gelöscht. Ist schon viel zu lang der Artikel. Dort wird alles und jeder überwacht und wortwörtlich hunderte Behörden und Ämter haben Zugriff auf Daten. Jetzt mag wer behaupten, dass uns in Deutschland sowas nicht blüht. Hm. Es gibt Leute, die das eher anders sehen und vor einer Vermischung von Polizei, Militär und Geheimdiensten warnen. Zitat:

Es gibt in dem Gesetzentwurf einen Paragrafen 20, der die künftigen Befugnisse des BKA auflistet. Dieser Paragraf ist gegliedert nach den Buchstaben a bis y – das heißt, man braucht fast das gesamte Alphabet, um alle Ermittlungskompetenzen für das BKA zu definieren.

Da ist Missbrauch doch quasi ausgeschlossen, oder? Unabsichtliche Versehen sicher auch. Kleines Detail am Rande: Berliner Staatsanwaltschaft hat 2007 eine Million Telefonate abhören lassen. Oder wie wäre es mit diesem Link: USA dürfen nun in deutschen Firmen schnüffeln. Globalisierung nennt man das wohl. ;)

Zu guter Letzt noch zwei kleine Links zu Monsanto. Nachdem sich schon Percy Schmeiser gegen Monsanto durchgesetzt hat gibt es jetzt noch einen interessanten Artikel: Der Konzern besitzt quasi 90% der Anbieter von Samen für Sojabohnen in den USA.

So. Schluss. Na gut, einen hab ich noch: Besser nicht von einem in Konkurs befindlichen Betrieb nach Hause geschickt werden – sonst gibt’s Lohnrückforderungen. Unfassbar.

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