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South Australia - Adelaide · 10. Dezember 2006, 12:52 von Steffen

Wir sind vorgestern irgendwann nach Besichtigung des Australischen War Memorials in Canberra raus aus der Hauptstadt und in Richtung Melbourne aufgebrochen. Unterwegs nach einigen (hundert) Kilometern stand dann da ‘nen Schild “Wagga Wagga, Adelaide”. Hm. Kurz ueberlegt, entschieden und umgedreht auf dem Highway. Ab da ging’s dann weniger Richtung Sueden (Melbourne) und mehr Richtung Westen (Adelaide). Nach Wagga Wagga kommt da auch nicht mehr viel an Staedten, wenn man den Sturt Highway langrast. Unterwegs haben wir dann in einem Ort namens Hay angehalten und im Caravan Park uebernachtet. Gute Entscheidung, wenn man bedenkt, dass Adelaide dann doch 1000 Kilometer oder so von Wagga Wagga weg war. Aber das ist man ja mittlerweile gewoehnt in Australien. Da braucht man halt mal ein oder zwei Tage, um irgendwo hin zu kommen.

Auf dem Weg nach Adelaide faehrt man (kommend vom ACT in Canberra) durch New South Wales und Victoria, bis man dann in South Australia ankommt. Das Ganze dauert ‘ne Weile und man bewegt sich eigentlich immer durch recht spaerlich besiedeltes Gebiet. Ausser Trucks, die einem so alle 10 – 30 Minuten mal entgegenkommen, gibt’s nicht viel auf der Strasse (mal von verwesenden Kangaroo-Kadavern abgesehen) zu sehen. Die Natur wechselt nicht wirklich schnell und das Land ist einfach nur flach. Unterwegs gibt’s immer mal wieder Quarantaene-Warnschilder und Hinweise. Das Ganze Gebiet da oben ist der L
Landwirtschaft vorbehalten, Schafe sieht man ab und zu “grasen’ (was man so Gras nennt bei 50 Grad heissem Wind) und dann kommen wieder unbewirtschaftete Flaechen mit dem tollen Tumbleweed (was man aus den Western kennt) oder Obstplantagen. Die Obstplantagen (hier gibt’s alles an Suedfruechten, was das Herz begehrt) sind auch der Grund, warum die Gebiete (und anscheinend auch ganz South Australia) da oben eine Quarantaenezone fuer Obst, Gemuese und Pflanzenteile haben. Man hat Angst vor Fruchtfliegen, die die Ernten vernichten. Also wird man aufgefordert, sein Obst zu verzehren oder auf speziellen Rastplaetzen zu entsorgen. Andernfalls drohen empfindliche Strafen. Und wer jetzt meint, dass das da am Rand des Outbacks eh keiner merkt, der wird dann an der Grenze von Victoria zu South Australia von netten Angestellten/Rangern/Personen angehalten und das Fahrzeug ansatzweise durchsucht (jedes, wenn auch nur fluechtig). Hoechststrafe fuer Vergehen (laut Schild): 20 000 Dollar. Wir hatten Glueck. Warum sollten ich auch Obst dabeihaben. Hust.

Bei einem Zwischenstopp in Mildura, haben wir dann mal eine Stunde die vollklimatisierten Raeume von McDonalds in Anspruch genommen, um Zeitung zu lesen und uns von den 50 Grad im Auto zu erholen. Und siehe da: Gute Bauch-Entscheidung, erst nach Adelaide und dann spaeter Richtung Melbourne, Great Ocean Road und Sydney zu fahren. Victoria steht wortwoertlich in Flammen und die Rauchschwaden der riesigen Buschbraende bedrohen nicht nur etliche Wohngegenden, sondern huellen zur Zeit auch Melbourne in einen dicken Rauchteppich. Heute wurden die Einwohner sogar aufgefordert, die Haeuser nicht zu verlassen und die Tueren und Fenster nicht zu oeffnen. Wir bleiben also mal hier in Adelaide und ueberlegen, ob wir noch hier in der Gegend rumfahren (Kangaroo Island vielleicht?). Hoffentlich hat sich die Lage in Melbourne bis dann beruhigt und wir koennen uns dann dort umsehen.

Kaum ist man dann in Suedaustralien, aendert sich die Landschaft ein wenig und je naeher man Adelaide kommt, desto mehr Obstplantagen und Weinberge sieht man. Irgendwann ist man nur noch von Weinbergen, Rebstoecken und Weinguetern, die zum Probieren an der Kellertuer einladen, umgeben. Warum ist das so? Ganz einfach: Man faehrt gerade durch das Barossa Valley. Eins der besseren Weinanbaugebiete, wenn man der Werbung glauben darf (kann ich nicht einschaetzen). Nach dem gemaechlichen Durchqueren des Gebiets kommt einem der Gedanke, dass man als Weinliebhaber hier vielleicht mal eine Woche oder zwei (Adelaide ist ja keine Stunde weit weg) verbringen koennte.

Anschliessend sind wir dann gleich mal in die Innenstadt von Adelaide gefahren und haben uns in einem Backpackers eingenistet. Bilder von unserer Tour, den unglaublichen Temperaturen, bei denen unser extremst genaues Thermometer aufgegeben hat und weitere interessante und langweilige Bilder gibt’s dann mal wieder irgendwann. Warum? Heute haben wir die Kamera sogar mit – nur hat das Internet-Cafe hier leider keinen Cardreader und Axel vertraut seinem USB-Kabel nicht, oder so. Also hab ich mal wieder eine Aufgabe: Vertroesten auf spaeter. Bis dann. :p

PS: Zensuren haben wir mittlerweile auch bekommen und die Klamotten, die wir per Schiff mit Pack&Send nach Hamburg geschickt haben, sollten auch so langsam unterwegs sein. Hoffen wir jedenfalls. Nicht das ich da Mitte Januar in Hamburg auffem Hafen vor ‘nem leeren Container stehe. :)

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