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Bundaberg destillery and Fraser Island · 28. November 2006, 03:32 von Steffen

Kaum waren alle Prüfungen and Semesterabschlussparties und Verabschiedungszeremonien vorbei, haben wir uns auf den Weg nach Bundaberg und Fraser Island gemacht. Das nahm die ganze letzte Woche in Anspruch. Aber der Reihe nach.

Zuerst ging’s nach Bundaberg. Da dort alle Backpackers belegt waren oder nur Arbeiter aufnehmen wollten (fruit picking ist gerade angesagt und Bundaberg ist ‘ne typische Region für Work&Travel), kamen wir in einem kleinen Motel unter. Und das war ‘ne gute Wahl. $25 pro Person und Nacht in guten Zimmern mit kleinem BBQ area am Pool. Da kann keiner meckern.

Motel in Bundaberg

Es ging dann auch gleich im Anschluß nach “Mon Repos”. Das ist einer der besten Strände der Welt, um Schildkröten bei der Eiablage und beim Schlüpfen zu beobachten.

Turtle on Mon Repos beach 1

Da zur Zeit die Eiablage begonnen hat kann man dort abends Schildkröten sehen. Ziemlich große sogar. Die Schildkröten legen ca. 200 Eier pro Nest und kommen alle 10 bis 14 Tage oder so für 4 Wochen zurück an den Strand, um mehr Eier zu legen. Das ist auch notwendig, denn von rund 1000 geschlüpften Schildkröten kehrt nur eine einzige nach 30-40 Jahren an den Strand zurück, um erneut Eier zu legen. Die anderen 999 schaffen es nicht bis zur Geschlechtsreife und werden vorher getötet (vornehmlich durch den Menschen). Die beste Zeit, um nach Mon Repos zu gehen ist wahrscheinlich so Anfang Februar. Da kommen nämlich immernoch Schildkröten zur Eiablage an den Strand und gleichzeitig schlüpfen jede Menge kleiner Schildkröten und machen sich auf den Weg ins Wasser. Ziemlich niedlich das Ganze. Insbesondere, wenn die Mitarbeiter des Projekts dort den Weg der kleinen Racker beleuchten und die einem zwischen den gespreizten Beinen hindurchlaufen.

Am nächsten Tag ging’s dann zur Bundaberg Rum Destille. Wer mal längere Zeit in Queensland oder Australien war, der kennt auch auf jeden Fall Bundaberg Rum. Man kommt einfach nicht drumrum den zu kennen. Bundy stubbies gibt’s in jedem gut sortierten drive-through Bottleshop und den Rum gibt’s sowieso überall. Das Einzige, was es nur in der Destillerie dort kriegt ist ein Likör, der aus dem Rum und Kaffee und Kakao hergestellt wird. Echt lecker. Schmeckt ein wenig wie Black Russian (Kahlua+Wodka) und man kann das Ganze auch mit Milch genießen (statt pur on the rocks). Die Tour durch die Destillerie ist wenig spektakulär und es scheint, als wenn jeder nur auf die zwei Freigetränke bei der Verkostung am Ende wartet. ;)

We@Bundaberg

Am nächsten Tag sind wir dann raus aus Bundaberg wieder Richtung Süden nach Hervey Bay. Ein schicke Bucht mit Promenade und allem was dazugehört. Und Außerdem gehen von dort die Fähren nach Fraser Island. Davon abgesehen kann man von Hervey Bay aus Whale-watching Trips machen oder halt einfach am Strand liegen (auch wenn der uns nicht besser gefallen hat als die meisten Ostseestrände). :)

Nach kurzer Einführung über Fraser Island im Backpackers ging’s dann zum Supermarkt, um Lebensmittel für die nächsten drei Tage einzukaufen. Unsere Trupper war etwas zu deutschlastig in meinen Augen (wir 4 Deutsche, 3 Schweizer, 1 Amerikaner, 1 Australierin, 1 Japanerin, 1 Engländerin). Aber was soll man machen. Deutsche rennen in Australien eh in Scharen umher. Am nächsten Morgen wurde dann unser Toyota Landcruiser beladen (d.h. das Dach vollgepackt mit allem, was man so braucht). Dann ging’s zur Fähre und etwas mehr als 30 Minuten nach Ablegen ist man dann auf Fraser Island.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und man kommt dort schon 20 Meter nach Verlassen der Fähre nur noch mit schwerem Allradgerät vorwärts.

Barge landing

Ohne Allradantrieb geht auf der Insel einfach mal gar nichts. Die Insel ist die viertgrößte Australiens (Tasmanien ist natürlich die größte) und relativ unberührt. Die Aboriginies leben seit Urzeiten auf der Insel und es gibt dort die reinste Form von Dingos, da die dort ungestört vom Rest von Australien aufwachsen konnten. Allerdings wurde die Population stark verkleinert, als Touristen von Dingos angefallen wurden. Und leider setzt sich dieser Trend fort. Keine Ahnung, warum die Aussies das nicht raffen, aber ohne Dingos ist die Insel nicht mehr das was sie ist. Wir konnten von Glück sprechen, dass wir überhaupt noch welche gesehen haben. Man hat halt überall “Dingo-safe” Warnschilder und so Kram, aber wenn dann doch mal was passiert (und die Dingos sind nicht SO schlimm, wie das oft geschildert wird), geht ein Aufschrei nach besseren Schutzmaßnahmen durch die Bevölkerung (außer die einheimische). Ich find’s lächerlich und würde eher noch weniger Touristen auf die Insel lassen, als das eh schon der Fall ist. Überhaupt ist der Zugang zur Insel relativ stark reguliert. Nur self-guided Tours sind erlaubt, da geführte Touren die Anzahl an Touren und damit Touristen, die auf der Insel rumlaufen, erhöhen würden. Weiterhin ist Camping nur in wenigen ausgeschilderten Arealen gestattet und es gibt strenge Auflagen für’s Camping. Inklusive harten Strafen für rücksichtsloses Vorgehen oder Liegenlassen von Müll. Viele Gebiete sind komplett für Touristen gesperrt. Aber dort kommt man eh nicht hin, da überall Regenwald und Sand ist und die Gebiete eh nicht erschlossen und erreichbar sind.

Angekommen auf der Insel fuhren wir dann so wie fast alle gleich mal zum Lake McKenzie.

X at Lake McKenzie 2

Neben Whitehaven Beach wieder einer der besten Strände der Welt und das noch dazu mit Süßwasser! Unglaublich klares Wasser und sehr sehr feiner Strandsand.

Lake McKenzie

Das Wasser kann man direkt trinken beim Schwimmen (wir haben’s ausprobiert!) und es schmeckt um Längen besser als Wasser aus dem Supermarkt (und den frischen Quellen). Um die Qualität des Wassers und der Umgebung des Sees zu erhalten ist es verboten, dort zu Campen oder auch nur Sonnencreme zu benutzen, wenn man dort badet. Der See ist ziemlich in der Mitte von Fraser und entsteht anscheinend durch den Druck des Salzwassers auf die Insel. Das Wasser wird durch den Sand gefiltert und bildet dann Lake McKenzie in der Mitte der Insel.

Nach dem See geht’s dann durch den einzigen Ort von Fraser zum 75-Mile Beach und dann Richtung Norden. Der Strand wird vorwiegend von Autos und einigen Bussen befahren, aber teilweise muss man auch den landenden Kleinflugzeugen ausweichen. ;)

Our Landcruiser on the 75 mile beach

Der Strand ist einfach endlos und meist auch recht breit. Wenn jedoch die Flut kommt, hat man Probleme und kommt schlechter oder gar nicht voran, da man nicht in den Dünen fahren soll/kann und der Rest des Strands überflutet wird (und dadurch zu weich zum Befahren wird). Wir haben dann auch nach einiger Zeit unser Camp namens K’gari (“Paradies”) erreicht und unser Nachtlager für die nächsten 2 Nächte aufgeschlagen. Das Camp wird von Aboriginies geführt und die Tanzen und Singen dann auch ab und zu abends für einen und erzählen Geschichten.

K'gari camp dance

Auf jeden Fall die beste Art zu campen (auf Fraser). Kostenlose Duschen inbegriffen! Und duschen möchte man auch wirklich gern abends, nachdem man den ganzen Tag im Sand gerobbt und gefahren ist. ;) Auf dem Weg ins Camp passiert man das Schiffswrack der Maheno.

Maheno ship wreck 5

Das Wrack war mal ein großes Passagierschiff für meist frisch verheiratete Paar und ist dort gestrandet. Heutzutage ist nicht mehr viel übrig von dem Wrack und man kann die wahre Größe nur noch erahnen, wenn man ein paar zehn Meter weiter hinten einen Teil des Ruders (oder so) sieht.

Maheno ship wreck 13

Am zweiten Tag ging’s zweimal zu Eli Creek (einmal um die Flut abzuwarten und dann noch mal am Ende des Tages zur Abkühlung) und einmal zu Indian Heads. Warum die Jets im Tiefflug über Eli Creek und unsere Köpfe geflogen sind, weiß ich auch nicht, aber Axel hat das beim vierten Jet geschaltet und mal ein Photo davon gemacht. ;)

Jets flyby at Eli Creek Indian Heads ist so ziemlich der nördlichste Punkt, den man so als Standardtourist erreicht, da man ein gutes Auto und etwas Können braucht, um die Klippen zu umfahren (sehr weicher und tiefer Sand).

Indian Heads 12

Indian Heads ist auch einer der östlichsten Punkte ganz Australiens und man kann von den Klippen die Haie, Schildkröten etc. unter einem in der Brandung beobachten und gleichzeitig hoffen, dass Wale und Delphine am Horizont vorbeischwimmen (je nach Saison natürlich). Indian Heads 18 Den Namen hat der Steinklumpen anscheinend (wenn das stimmt) von Seefahrern, die dort vorbeigeschippert sind und die Aboriginies sahen, die dort oben auf dem Fels getanzt und gesungen haben, um die vermeintlichen Götter auf dem Wasser zu begrüßen. Die trugen dabei wohl jede Menge Kopfschmuck mit Federn und dann lag der Name Indian Heads wohl auch ziemlich nahe. ;) Ein paar Kilometer weiter nördlich sind die Champagne Pools.

Indian Heads 3

Das ist einer der wenigen (wenn nicht der Einzige) Orte, an denen man auf Fraser Island im Salzwasser baden kann. Natürlich könnte man auch einfach woanders am kilometerlangen Strand anhalten und ins Wasser springen zur Abkühlung, aber zu Empfehlen ist das nicht. Selbst die Aboriginies aus unserem Camp gehen nur bis zu den Knien ins Wasser. Die Gegend wimmelt nur so von Haien und in der Stinger-Saison begegnet man jeder Menge der giftigen Quallen. Da hört man dann überall Geschichten von Haien, die mit dem Kopf voran stranden und sich winden. Wer will da schon baden? Auch die zweite Nacht im Camp verstrich dann relativ ereignislos. Die Nächte waren sternenklar, warm und komplett dunkel. Weit und breit keine Lichtquellen (mal von unserem kleinen Lagerfeuer abgesehen). Die beiden Campdingos streifen durch die Gegend und anderes Getier hört man eher als das man es sieht. Spinnen und nervige Insekten gibt’s aber natürlich haufenweise. :P

Am dritten und letzten Tag auf der Insel sind wir dann erst zu Rainbow Gorge gefahren und haben uns dort die verschiedenfarbigen Sandformationen angesehen.

Rainbow Gorge 10

Relativ unspektakulär auf den ersten Blick und den Bildern, aber trotzdem sehr sehr schön meiner Meinung nach. Anschließend ging’s weiter den Strand entlang mit Ziel Lake Wabby. Der See wird auch der grüne See genannt, da er (verblüffenderweise) grün aussieht (im Gegensatz zu Lake McKenzie). Um den See zu erreichen, muss man über einige der größten Sanddünen der Insel laufen (ca. 2km).

On the way to Lake Wabby 2

IMG_4786 Hat man den See erreicht, kann man sich im Wasser abkühlen und hoffen ein paar Katzenfische und Schildkröten zu sehen. Auf jeden Fall gibt’s dort genug zu sehen, wenn man sich nicht mit Schwimmen gehen begnügen will. Am besten ist aber die Kombination. ;)

IMG_4776

Tja, nach kurzer Zeit der Entspannung am See sind wir dann zurück durch den Wüstensand und sind am Strand zurück zu Eurong und quer durch die Insel auf dem Weg zu unsere Fähre, die wir unbedingt erreichen mussten, um nicht sinnlos festzusitzen. Dabei haben wir in Central Station angehalten und sind ein wenig durch die Gegend gelaufen um den Regenwald dort zu betrachten.

IMG_4820

Der Bach dort hat auch klarstes Wasser und die Bäume sind teilweise richtig hoch und breit.

IMG_4797

Aber was soll ich dazu noch sagen. Die Natur auf der Insel ist einfach der Hammer und ich glaube, dass Fraser Island ruhig einen weitere Besuch wert ist. Aber dann vielleicht ohne 11 Leute im Auto, die sich auf Sachen einigen müssen und einen Zeitplan einzuhalten versuchen. ;)

IMG_4826

Den Abend des dritten Tages haben wir dann wieder in Hervey Bay verbracht und Sachen gepackt. Sonntag vormittag ging’s dann los in Richtung Brisbane, da Magda und Franzi ihren Flug nach Tasmanien nicht verpassen wollten. Nachdem Axel und ich die beiden wohlbehalten abgesetzt (eher rausgeschmissen, bei den 2-Minuten-Parkplätzen dort) hatten, sind wir dann noch für zwei Stunden in die Innenstadt von Brisbane gefahren und haben dort diesen tollen Weihnachtsbaum entdeckt:

Brisbane

Weihnachten bei über 30°C im Schatten ist schon etwas anders als Weihnachten in Deutschland. :)

Am Donnerstag verlassen wir dann Toowoomba für immer und machen uns auf Richtung Küste. Dann geht’s Richtung Süden mit Fernzielen wie Melbourne und Great Ocean Road. Melbourne dürften so locker 2000 Kilometer sein. Sydney passieren wir ungefähr bei Kilometer 1000. Die Great Ocean Road ist dann nochmal ein paar hundert Kilometer nach Melbourne. Aber wir haben ja Zeit. Was wir wiedermal nicht haben ist ein Plan, aber das ist ja Teil unseres Plans. Ähm, was? Na egal. Wie auf unserer Reise Richtung Cairns, werden wir unterwegs einfach überall anhalten wo es uns gefält oder es was zu sehen gibt. Und am 27. Dezember werde ich dann mein Flugzeug zurück nach Singapur und Frankfurt nehmen. Keine Ahnung, ob wir in den nächsten vier Wochen noch was schreiben, aber wenn nicht, dann nicht wundern. Uns geht’s gut und das Wetter ist toll. :P

PS: Ich hab ein paar mehr Bilder vom Trip hochgeladen: http://www.flickr.com/photos/graste/sets/72157594394854694/

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